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Das war der SUMMIT 2021: Impulse für die Green Economy in Nordrhein-Westfalen

Das Zeitalter der Green Economy – Ressourcenwende in NRW gestalten

Ressourcen schonend nutzen, wiederverwenden und Stoffkreisläufe schließen. Um dieses, für die Transformation der Gesellschaft hin zur Green Economy zentrales Thema, ging es beim fünften Gipfeltreffen der Umweltwirtschaft.NRW. Erstmals war das neue Dienstgebäude des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen Austragungsort des SUMMIT. In diesem Jahr fand der Umweltwirtschaft.NRW SUMMIT 2021 des Kompetenznetzwerk Umweltwirtschaft.NRW zum fünften Mal und aufgrund der Covid19-Schutzmaßnahmen in einem hybriden Format statt. So waren nur wenige Gäste vor Ort im Atrium anwesend und es wurde ein aufwändiges Fernsehformat im Gebäude des NRW-Umweltministeriums durchgeführt. Neben verschiedenen Redebeiträgen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft kamen auch ausgewählte Unternehmen der Umweltwirtschaft.NRW zu Wort. Rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verfolgten den SUMMIT 2021 am 10. und 11.11.2021. Die Online-Zugeschalteten beteiligten sich aktiv an den Live-Umfragen und brachten sich so in das Programm ein.

GREEN Economy - GREEN Visions - GREEN Debate

Eröffnet wurde die zweitägige Veranstaltung am 10. November 2021 durch NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser: "Wir verfügen in Nordrhein-Westfalen mit der Green-Economy über eine starke Ausgangsbasis. Mit 471.000 Beschäftigten in der Umweltwirtschaft ist Nordrhein-Westfalen der bundesweit größte Anbieter von Produkten und Dienstleistungen der Umweltwirtschaft. Zwischen 2010 und 2020 ist die Anzahl der Beschäftigten jährlich um 1,4% gewachsen - damit zeigt sich auch, dass die Umweltwirtschaft im Vergleich mit anderen Branchen besonders krisenfest ist."

In ihrer Keynote hob Prof. Dr. Anna-Katharina Hornidge, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit für die nachhaltige Transformation hervor.

Dr. Thomas Holtmann, Abteilung Umwelt, Technik und Nachhaltigkeit im BDI e.V. betonte in seiner Keynote, dass ökologische, ökonomische und soziale Dimension der Nachhaltigkeit von Beginn an zusammengedacht werden müssten und die Industrie dabei ein wichtiger Akteure für nachhaltige Lösungen sei.

Prof. Dr. Martin Faulstich und Oliver Lühr vom Kompetenznetzwerk Umweltwirtschaft.NRW erläuterten anhand der neusten Publikationen zur Umweltwirtschaft.NRW den Status Quo und gaben einen Einblick in herausragende Innovationen und Best Practice Beispiele. Oliver Lühr: "Der frisch erschienene Innovationsradar Ressourcenwende zeigt 48 hochspannende Innovationen in den Bereichen Circular Economy und nachhaltiger Bioökonomie. Die Beispiele zeigen, wie weit die Unternehmen in NRW in der Lösungskompetenz schon sind. Wir werden die Akteure auf dem Weg hin zu einer zirkulären Wertschöpfung weiter unterstützen, denn es gibt noch einiges zu tun."

Im Rahmen der Podiumsdiskussion mit Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär im NRW-Umweltministerium, Prof. Dr. Stefanie Bröring, Universität Bonn, Detlef Raphael, Deutscher Städtetag/Städtetag NRW, Doris Korthaus, KD-Pumpen und Dr. Markus Oles, thyssenkrupp AG/Carbon2Chem ging es um die Frage, wie die Ressourcenwende mit Innovationen aus NRW zu ermöglichen sei. Dr. Markus Oles: "Wir stehen mit der Transformation der Wirtschaft vor einer enormen Herausforderung. Wir können diese Herausforderung nur meistern, wenn alle beteiligten Parteen Hand in Hand arbeiten. Wirtschaft, Politik und Wissenschaft - die gesamte Gesellschaft. Wir müssen gut erklären, wie die Transformation bei uns funktioniert und welchen Beitrag zur CO2 Reduktion wir damit leisten."

Die Liedermacherin Fee Badenius trug mit ihrem Lied "Der erste Schritt" einen Kommentar aus der Zivilgesellschaft bei. Das Lied ist als Beitrag für den Wettbewerb "Funny for Future" veröffentlicht worden und thematisiert die gesellschaftlichen Herausforderungen nachhaltig zu handeln und den dringenden Bedarf, auch als Individuum etwas tun zu müssen: "Ich würd´so gern das Klima retten."

Zum Abschluss des ersten Veranstaltungstages zog Hartmut Schug, Leiter des Kompetenznetzwerks Umweltwirtschaft.NRW folgendes Fazit: "Der SUMMIT 2021 hat uns viele Ideen zur Weiterentwicklung unseres Kompetenznetzwerkes geliefert, die wir in unsere strategischen Überlegungen einfließen lassen werden. Dabei spielt 'out-of-the-box-Denken' eine entscheidende Rolle, um Trends und Innovationen für die NRW-Umweltwirtschaft frühzeitig zu erkennen und in unsere Angebote einzubinden."

Made in NRW

Am zweiten Tag des virtuellen Branchentreffs drehte sich alles um den Fachdialog: Zum Einstieg resümierten Jörg Winkelsträter, IHK NRW, und Dr. Peter Markus, Referatsleiter im NRW-Umweltministerium, den ersten Veranstaltungstag. Jörg Winkelsträter: "Es ist deutlich geworden, dass Nordrhein-Westfalen beim Thema Umweltwirtschaft gut aufgestellt ist und seit Jahren systematisch Fortschritte erzielt. Wir dürfen uns jedoch nicht auf den Erfolgen ausruhen und müssen langfristig und vor allem gemeinsam an der Transformation der Wirtschaft arbeiten. Das Kompetenznetzwerk Umweltwirtschaft.NRW bietet dafür exzellente Voraussetzungen." 

Ein digitales Match-Making lud die Online-Teilnehmenden des SUMMITs dazu ein, sich an fünf Thementischen der Ressourcenwende, nämlich (1) Gewinnung hochwertiger Sekundärrohstoffe, (2) Rohstoffquellen für den Bausektor, (3) Innovationen in der Landwirtschaft, (4) Geschäftsmodellinnovationen für Circular Economy und in einem (5) Open Space persönlich auszutauschen und zu vernetzen.

Wie die Green Economy im Umweltwirtschaftsland NRW weiter gestärkt werden kann, diskutierte Prof. Dr. Martin Faulstich mit Katrin Brenner, REMONDIS Wasser & Energie GmbH, Dr. Inka Hobus, Wupperverbandsgesellschaft für integrale Wasserwirtschaft mbh, und Dr. Friedrich-Wilhelm Bolle, GFI-Umwelt - Gesellschaft für Infrastruktur und Umwelt mbH. Dr. Inka Hobus: "Deutschland – und auch Nordrhein-Westfalen – ist international führend im Bereich der Ressourcenwirtschaft. Im Bereich der Abwasserwirtschaft ist ein großes Potential zur Rückgewinnung von Wertstoffen vorhanden. Die große Bedeutung der Abwasserwirtschaft beim Umweltwirtschaft.NRW SUMMIT 21 zeigt, dass in diesem Bereich neue Verfahrenskonzepte berücksichtigt werden müssen und wir auf einem guten Weg sind.“

Viktor Haase, Abteilungsleiter im NRW-Umweltministerium, zog das Fazit zum SUMMIT 2021: Nach seinen Vorstellungen gilt es, grüne Ideen zur Ressourcenwende und spannende Innovationen aus der Umweltwirtschaft sichtbar zu machen und in nachhaltige Geschäftsmodelle zu überführen. Viktor Haase: "Die Green Economy mit dem Motor Umweltwirtschaft hat eine große Bedeutung für Nordrhein-Westfalen. Wir haben den Anspruch, den Vorsprung der Green Economy in NRW zu halten und weiter auszubauen. Dafür müssen wir eine langfristige Strategie umsetzen, die sich an großen Wendethemen orientiert, die auch im Zentrum der Arbeit des Kompetenznetzwerks Umweltwirtschaft.NRW stehen: Ressourcen-, Klima- und Raumwende."

Innovationen für die nachhaltige Ressourcenwende

Die Veröffentlichung zweier Publikationen begleitete den Umweltwirtschaft.NRW  SUMMIT 2021, die als Agenda für die nächsten Jahre diskutiert wurden:

Der neue Innovationsradar des Kompetenznetzwerks Umweltwirtschaft behandelt das Thema Ressourcenwende (Download). Im Fokus der Publikation stehen Lösungsansätze für die Abkehr von einem linearen Wirtschaftssystem hin zu einer regenerativen Kreislaufwirtschaft oder auch Circular Economy, die Stoffkreisläufe schließt und damit Materialverluste auf allen Ebenen der Wertschöpfung reduziert. Der Innovationsradar zeigt auf, wie die nordrhein-westfälische Umweltwirtschaft die Ressourcenwende mitgestaltet und damit einen ökologischen und ökonomischen Mehrwert liefert.

Die aktuelle Studie "Impulse für die Umweltwirtschaft 2021" (Download) liefert Vorschläge für die weitere Entwicklung der Umweltwirtschaft. Vor allem kleinere und mittlere Unternehmen sollen dadurch unterstützt werden, Innovationen zu entwickeln, Märkte zu erschließen und neue Wertschöpfungsmöglichkeiten zu generieren.

 

Weitere Informationen zur Umweltwirtschaft.NRW erhalten Sie hier:

Umweltwirtschaft.NRW


Aufzeichnung der Veranstaltung

Tag 1, 10.11.2021


Tag 2, 11.11.2021


Highlight-Film des 1. Veranstaltungstags 10.11.21


Bildergalerie

Bildnachweise: Vera Drewke Photography

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